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IMI-KONSORTIUM ETOX TRAF SICH IN FRANKFURT

Gemeinsame Plattform zur Vorhersage von Toxizität neuer Substanzen im Aufbau - Sanofi richtete Treffen aus

Kürzlich hat sich das eTOX-Konsortium der europäischen Innovative Medicines Initiative (IMI) bei Sanofi in Frankfurt getroffen. eTOX steht für „Electronic Toxicity“. Ziel des Konsortiums sind der Aufbau einer Toxizitäts-Datenbank und die gemeinsame Nutzung der Daten, um neue Expertensysteme zur Computer-Vorhersage von Toxizität zu entwickeln. Insgesamt arbeiten 30 Partner im eTOX-Konsortium zusammen: 13 Pharmaunternehmen aus der EFPIA (European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations), elf aus dem akademischen Umfeld – Universitäten und Forschungseinrichtungen – und 6 sind kleine und mittelständische Unternehmen, überwiegend Softwarefirmen.

Auf dem Treffen in Frankfurt berichteten Vertreter der Partner über den Stand der Arbeiten auf ihrem jeweiligen Gebiet, diskutierten ihre Ergebnisse und stimmten das weitere Vorgehen ab.

Insgesamt 50 Teilnehmer folgten der Einladung zum eTOX-Treffen, das von der Abteilung Präklinische Sicherheit von Sanofi organisiert wurde.

Nach den Worten von Jochen Maas, Geschäftsführer R&D bei Sanofi in Deutschland, sei eTOX ein gutes Beispiel für die Umsetzung der Strategie von Open Innovation und Partnerschaft.

Geteilte Information ist besseres Wissen

Das zentrale Ziel von eTOX ist die Entwicklung neuer Expertensysteme zur Vorhersage verschiedener Toxizitätsendpunkte mit Hilfe von Computersystemen, also „in silico“ statt in vitro oder in vivo.

Viele Toxizitätsdaten liegen derzeit in den Archiven der Pharmaunternehmen. Manche davon stammen aus abgebrochenen Entwicklungsprojekten. Um dieses Wissen dennoch sowohl firmenintern als auch im Konsortium nutzbar zu machen, haben sich alle Partner von eTOX bereiterklärt, auch diese internen Daten zu digitalisieren und in eine gemeinsame eTOX-Datenbank einzubringen. Von den geplanten mindestens 6.000 Berichten zu In-vivo-Toxizitätsstudien  sind von den Pharmaunternehmen bereits mehr als 4.000 in die eTOX-Datenbank eingeflossen. Ergänzt werden diese Daten mit solchen aus weiteren, öffentlich verfügbaren Quellen wie der ChEMBL-Datenbank. Derzeit umfasst die Datenbank verschiedene Toxizitäts-Endpunkte von etwa 170.000 Substanzen.

Diese Daten können nun in unterschiedlicher Weise  genutzt werden: Zum einen können die Toxizitätsdaten von untersuchten Strukturen mittels Datenbankabfrage herangezogen werden, um sie mit neuen Kandidaten- oder Entwicklungsstrukturen zu vergleichen. Das erlaubt eine zielgerichtete Planung neuer Studien, da bestimmte Befunde früher identifiziert werden können. Zum anderen können in den Daten Struktur-Wirkungsbeziehungen identifiziert werden, aus denen Vorhersagemodelle abgeleitet werden. Mit diesen Modellen können dann zukünftig toxische Befunde  für neue Strukturen vorhergesagt werden, ohne dass experimentelle Daten vorliegen.

Einheitliche „Sprache“ für Befunde

Damit jedoch die mehr als 100.000 Begriffe für Befunde aus den Studien der Partner zur möglichen Giftigkeit einzelner Substanzen in bestimmten Modellen miteinander verglichen und in Vorhersagemodellen verarbeitet werden können, müssen sie zunächst in eine datenbankfähige Sprache überführt werden, die von allen Nutzern verstanden wird. Diese Sprache wird auch als „Ontologie“ bezeichnet. Dafür haben Pathologie-Experten der verschiedenen eTOX-Partner eine eigene Software entwickelt.

Darüber hinaus wurden auf dem Treffen bereits knapp 100 Vorhersagemodelle für die unterschiedlichsten Toxizitäten vorgestellt. Diese Modelle werden nun von den Partnern einer rigorosen Validierung unterzogen bevor sie angewendet werden.

Das eTOX-Konsortium

Das Konsortium startete im Januar 2010 im Rahmen der ersten IMI-Ausschreibung. Die ursprüngliche fünfjährige Laufzeit wurde nach einer erfolgreichen ENSO-Bewerbung – ENSO steht für „Explore New Scientific Opportunities“ – von der EU um zwei Jahre bis Dezember 2016 verlängert. Insgesamt wird das Konsortium mit 17 Millionen Euro über sieben Jahre gefördert, davon sind acht Millionen Euro direkte Fördermittel der EU und neun Millionen Euro Personal- und Sachleistungen aller EFPIA-Mitglieder.

eTOX-Konsortium

Sanofi als Teil von IMI

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