Husten bei Kindern – die schnelle Hilfe

Verkühlungen gelten als die häufigste Erkrankung bei Kindern. Auch wenn es sowohl für den Nachwuchs als auch Eltern lästig ist: Das – grundsätzlich gute - Immunsystem der Kinder wird durch die Auseinandersetzung mit den Erregern trainiert. Bis zu sechs Erkrankungen pro Jahr gelten sogar als normal.

Im Herbst und Winter treten Erkältungen besonders häufig auf: nasskaltes Wetter, trockene Luft, viele (wärmende) Körperkontakte begünstigen den Verlauf. Erkältungen mit Husten und Schnupfen sind dann auch Grund für häufige Arzt- und Apothekenbesuche. „Es ist kaum möglich, ohne sie über die Jahreszeit zu kommen. Oft werden dabei viele Antibiotika eingesetzt. Das ist aber oft überflüssig. Erkältungen sind meist unkomplizierte Infektionen des oberen Respirationstrakts und sehr selten bakterielle Infektionen. Die Erkrankungen heilen rasch aus“, erklärte Karl Zwiauer, Leiter der Kinder- und Jugendabteilung des Universitätsklinikums St. Pölten bei einem Vortrag der Apothekerkammer.

Hustenreiz oder produktiver Husten

Der Husten ist meist eine normale Reaktion. Der Körper reagiert, um die Atemwege frei zu halten und Erkrankungen vorzubeugen. Der trockene Reizhusten schädigt aber die Schleimhäute der Bronchien. Hier helfen hustenreizstillende Mittel, damit das Abhusten erleichtert wird. Infolge einer Entzündung der Atemwege wird Schleim produziert, der einen „produktiven Husten“ auslöst, der wiederum den Schleim abtransportiert.

Hält der Husten länger an, muss er aber, besonders bei Babys und Kleinkindern, als Erkrankung behandelt werden. Bei auffällig häufiger Erkrankung ist ohnedies eine Untersuchung beim Kinderarzt unabdingbar, da eine Allergie oder eine chronische Atemwegserkrankung möglich sind. Das gilt auch, wenn bei einem Hustenanfall Luftnot auftritt, es sich um einen bellenden Husten handelt, Schleim hochgehustet wird oder Fieber auftritt.

Die richtige Therapie

Bei trockenem Husten helfen hustenreizdämpfende Säfte und Kräutertees aus Thymian, Eibischwurzel etc. (siehe unten). Codeinhaltige Hustenblocker sind rezeptpflichtig, helfen aber dann, wenn der Husten nachts den Schlaf raubt. Für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren steht seit Mitte 2017 der Wirkstoff Pentoxyverin zur Verfügung.

Produktiver, verschleimter Husten kann mit Kapseln, Säften und Brausetabletten, die schleimmobilisierend wirken, vertrieben werden, aber auch mit pflanzlichen Hustentees (mit Anis, Lakritz oder Thymian). Kontraproduktiv ist die Kombination von Schleimlösern mit Hustenreizdämpfern, da der Schleim so nicht abgehustet werden kann. Als bessere Lösung gilt: Tagsüber ein Schleimlöser, abends ein Hustenreizdämpfer (Hustenstiller).

Bellender Husten

Beginnen kleine Kinder (meist zwischen neun Monaten und viereinhalb Jahren) nachts bellend zu husten, kann es sich um Pseudokrupp, eine Entzündung der oberen Atemwege im Bereich des Kehlkopfs unterhalb der Stimmritze, handeln. Die Atemwege verengen sich, dabei entstehen Heiserkeit, pfeifende Einatmungsgeräusche und ein „bellendes“ Husten sowie Atemnot. Ursache dafür ist ein Erkältungsinfekt durch Viren.

Wichtig ist, da die Kinder oft weinen und Angst haben, beruhigend einzuwirken und die Kleinen aufrecht hinzusetzen. Das Einatmen von kühler, feuchter Luft lindert meist die Beschwerden. Es hilft zum Beispiel, das Kind am offenen Fenster atmen zu lassen, oder im Bad heißes Wasser laufen zu lassen, bis feuchter Nebel entsteht. Tritt keine Besserung ein, ist ein Arzt aufzusuchen, der hustendämpfende Zäpfchen und eventuell Kortisonzäpfchen verschreibt. Diese können im Kühlschrank für einen nächsten möglichen Notfall aufbewahrt werden.

Was lindert den Husten ad hoc?

  • Viel trinken: Stilles Wasser, warme Kräuter- und Früchtetees (ungezuckert) bewahren die Schleimhäute davor, weiter auszutrocknen.
  • Heiße Milch mit Honig
  • Kräuter als natürliche Heilmittel: Thymian, Eibisch, Spitzwegerich, Fenchel oder Isländisch Moos lindern in Form von Tees den Hustenreiz.
  • Inhalieren und Brustwickel: So löst sich festsitzender Schleim.
  • Hustenmittel aus der Apotheke: Hier sind die Inhaltstoffe besonders wichtig, nicht alle sind für Säuglinge und Kleinkinder geeignet (z. B. Kampfer, Menthol oder Alkohol).
  • Luftbefeuchter: für kurze Zeit im Kinderzimmer aufgestellt leistet er gute Arbeit. Sie müssen aber regelmäßig gereinigt werden, da sich Krankheitserreger bei Feuchtigkeit und Wärme schnell verbreiten. Geeignet sind auch feuchte Handtücher auf den Heizkörpern ausgebreitet.
Die Kraft der Kräuter

Bei Atemwegsproblemen verwendet man vor allem Heilkräuter mit ätherischen Ölen, Schleimstoffen und Saponinen. Die oberösterreichischen Apotheken haben dazu eine Heilpflanzenbroschüre ► „Altes Wissen mit großer Zukunft“ herausgegeben, die Auskunft über Heilmittel für Husten gibt.

Bei trockenem Husten kommen „Schleimstoffdrogen“ zur Anwendung. Sie wirken reizlindernd, entzündungshemmend und schleimhautschützend.

  • Eibisch: hilft bei trockenem Husten, Heiserkeit und Entzündungen im Mund und Rachenraum. Die Blätter werden heiß übergossen; die Eibischwurzel allein wird kalt angesetzt und zum Trinken leicht erwärmt
  • Isländisch Moos (Flechte): wird kalt angesetzt, hat zusätzlich eine antimikrobielle Wirkung
  • Spitzwegerich: sehr bewährt bei Reizhusten von Kindern
  • Königskerze (Wollblumen): Die Blüten bereichern Hustentees sowohl in Wirkung (durch zusätzliche Saponine) als auch in Optik, Geruch und Geschmack

Bei einem produktiven Husten werden Arzneipflanzen mit ätherischen Ölen und Saponinen herangezogen. Diese verflüssigen festsitzenden Schleim und transportieren ihn leichter ab

  • Thymiankraut: hat auswurffördernde, antibakterielle und krampflösende Eigenschaften
  • Anis- und Fenchelfrüchte: ähnliche Wirkung wie Thymiankraut. Sie werden am besten kurz vor der Verwendung zerquetscht. Da ätherische Öle sehr flüchtig sind, soll ein Tee aus diesen Früchten unbedingt zugedeckt (und die Kondenstropfen zurückgeführt) werden
  • Primelwurzel: verflüssigt zähen Schleim, sollte aber in Teemischungen niedrig dosiert sein.

Broschüre zum Download: ► Heilpflanzenbroschüre

Letzte Aktualisierung: 02.11.2018