Mehr Bewegung, mehr Muskeln, weniger Beschwerden

Der Fonds Gesundes Österreich empfiehlt, jede Gelegenheit zu nützen, um sportlich aktiv zu sein, um die Gesundheit zu fördern und aufrechtzuerhalten. Mangelnde Bewegung, schweres und falsches Heben, schlechte (Sitz-)Haltung usw. schaden auf Dauer dem Köper und sorgen für Schmerzen, wobei vor allem Nacken und Rücken betroffen sind. „Grund dafür sind einseitige Haltung, gepaart mit wenig Muskulatur, was zur Überlastung der ohnehin schon zu geringen Muskulatur führt“, wie Josef Niebauer, Vorstand und Facharzt am Universitätsinstitut für präventive und rehabilitative Sportmedizin des Landes Salzburg, erklärt.

Welche Sportarten sind besonders effektiv?

Prinzipiell empfiehlt der Experte Ausdauersportarten aufgrund der erwiesenen Wirkung auf das Herzkreislaufsystem. „Bei Haltungsbeschwerden können auch Laufen, Schwimmen sowie das Skilanglaufen Wunder bewirken. Sollte nicht genügend Muskulatur vorhanden sein, so hilft ein gezieltes Muskelaufbau- und/oder Kraftausdauertraining.“

Eine Konzentration auf spezielle Muskelgruppen betont er dabei nicht, denn „vergessen werden üblicherweise alle Muskeln. Die Bevölkerung ist insgesamt sportlich zu inaktiv. Und wenn sie sportelt, dann vergisst sie die Regelmäßigkeit und das Krafttraining.“ Krafttraining muss laut Niebauer regelmäßig ausgeübt werden, da der Körper abbaue, was er nicht benötige: „Muskeln die nicht trainiert werden, baut der Körper auf ein Mindestmaß zurück.“

Gemeinsam und/oder gerne

Ein täglicher Trainingsplan wird wohl nur selten eingehalten, deshalb empfiehlt Niebauer: „Ein Trainingsplan muss realistisch in Umfang und Intensität sein. Das Training muss Spaß machen. Die meisten Menschen trainieren öfter und intensiver, wenn sie es in der Gruppe tun.“ Trends bei den Sportarten kommen und gehen, meint der Experte, trainiert werden müsse aber ein Leben lang. Sein Tipp: „Passende Sportarten wählen, die man gerne macht, gesund sind und die man ein Leben lang ausüben kann oder möchte.“ Diese können auch mit Trends ergänzt werden, die neue Anreize liefern.

Welche Sportarten für welche Muskeln?

Welche Sportarten sind besonders effektiv, mit welchen Sportarten werden welche Muskelgruppen trainiert und welche weiteren Effekte haben sie? Ein Überblick:

Krafftraining: Sanftes Gewichtheben sowie Aerobic, Bodywork, Fatburning, Rückenfit (eventuell mit Einsatz von Hanteln, Theraband etc.) als Ganzkörper-, Kraft- und Ausdauertraining für Muskelaufbau, Stärkung von Stützapparat inkl. Sehnen, Bänder und Knochen

Pilates: Stärkung von Bauch- und Rückenmuskeln, beugt Rückenbeschwerden und Haltungsschwächen vor. Entlastung von Hals-, Nacken- und Schultermuskeln

Yoga: Kräftigung der gesamten Muskulatur verbessert Beweglichkeit und Gleichgewicht

Laufen: Beansprucht 70 Prozent der Muskeln, für mehr Ausdauer und Verbesserung der Knochendichte

Wandern & Walking: Fördert die Ausdauer, stärkt den Bewegungsapparat

Nordic Walking: 90 Prozent der Muskeln aktiv, da auch der Oberkörper beim Stockeinsatz bewegt wird; Schulter- und Nackenverspannungen lösen sich, Muskeln im Arm-, Brust-, Bauch- und Wirbelsäulenbereich werden gekräftigt

Radfahren: 50 Prozent der Muskeln beansprucht (beim aktiven Treten)

Schwimmen: Stärkung von Rücken-, Brust-, Rumpf- und Schultermuskulatur. Abwechselnd Kraulen, Brust- und Rückenschwimmen trainiert den ganzen Körper

Letzte Aktualisierung: 24.09.2019