TIPPS ZUM UMGANG MIT SUCHTKRANKEN

Oft wird eine Apotheke alleine durch ihre Lage zur Anlaufstelle für Substitutionstherapie. Statistisch gesehen bleiben die Substitutionspatienten über einen relativ langen Zeitraum in Behandlung: etwa 70 Prozent werden zwischen einem und zehn Jahren in derselben Apotheke betreut. Es handelt sich um eine sehr sensible Patientengruppe1, die besonders viel Aufmerksamkeit bedarf. Die Statistik zeigt jedoch auch, dass Suchtprobleme in Österreich keineswegs nur illegale Drogen betreffen. Neben den ca. 30.000 Abhängigen von sogenannten "harten" illegalen Drogen (Opioide) gibt es in Österreich 150.000 Medikamentenabhängige und 350.000 Alkoholabhängige.2 Mehr als 24 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher rauchen täglich, im Schnitt werden fast 16 Zigaretten pro Tag konsumiert. Jedes Jahr versucht rund ein Drittel der Raucherinnen und Raucher ernsthaft, mit dem Rauchen aufzuhören. Oft sind Apothekerinnen und Apotheker die erste Anlaufstelle, wenn es um Nikotinersatzpräparate geht.

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Portrait Angelika KählerIm Interview erzählt Pharmazeutin Mag. pharm. Angelika Kähler aus ihrem Apotheken-Alltag.

Worin bestehen die Vorteile für eine Apotheke, sich auf Suchtberatung zu spezialisieren?
Mag. pharm. Angelika Kähler: Die Apotheke ist der Platz, der die Service-Leistung für einen Suchtpatienten über einen langen Zeitraum erbringt. Die Apothekerinnen und die Apotheker fungieren als direkter Ansprechpartner bei Arzneimitteleinnahmen, aber auch bei täglichen Problemen sind wir für viele Suchterkrankte die erste Anlaufstelle. Wir können hier natürlich mit unserer Kompetenz und viel Einfühlungsvermögen beratend zur Seite stehen.

Wie reagieren Mitarbeiter am besten, wenn der Verdacht auf eine Suchterkrankung besteht?
Mag. pharm. Angelika Kähler:
 Der erste und wichtigste Punkt im Umgang mit Suchterkrankten ist, dieses Thema diskret zu behandeln. Man kann versuchen, Brücken zu bauen und Vertrauen zum Patienten aufzubauen. Gerne sind wir auch Bindeglied zwischen Betroffenen und Hilfsorganisationen. Wir haben für die Anliegen unserer Patienten immer ein offenes Ohr – rund um die Uhr – und stehen als täglicher Gesprächspartner zur Verfügung.

Worauf muss man bei der Betreuung von Süchtigen achten?
Mag. pharm. Angelika Kähler:
 Prinzipiell handelt es sich um eine Menschengruppe, die labil ist, daher ist eine konsequente Betreuung besonders wichtig. Bei der Substitutionstherapie bietet die Apotheke eine Tagesstruktur für die Patienten an. Oft sind wir der einzige Fixpunkt im Leben von Suchterkrankten, wenn sie zu uns kommen und ihre Präparate in der Apotheke einnehmen. Ein weiterer Aspekt: Wichtig ist für die Patienten auch, dass wir ihnen alternative Lebensformen aufzeigen, wie z.B. beim Thema Raucherberatung. Behutsamkeit und Diskretion sowie gegenseitiges Vertrauen sind hier der Schlüssel zu einem erfolgreichen Weg des Patienten, den wir begleiten.

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Die Österreichische Apothekerkammer führt laufend Vorsorge-Aktionen zu Gesundheitsthemen in den Apotheken durch, wie z.B. Raucher-
beratungswochen. Mehr als 30.000 Menschen nehmen jährlich die professionelle Raucherberatung in Anspruch. Es handelt sich dabei um eines der größten Gesundheitsprojekte zur Raucherentwöhnung in Europa.

So kann man vorbeugen:
  • In öffentlichen Einrichtungen wie Umkleidekabinen, Gemeinschaftsduschen, Sauna etc. immer Schuhe tragen
  • verschwitzte, feuchte Socken so schnell wie möglich ausziehen
  • Socken, Handtücher, Badematten und Bettwäsche heiß waschen (60°)