Was tun bei Sonnenbrand und Sonnenstich?

Der menschliche Körper benötigt das UV-Licht der Sonne, um Vitamin D herzustellen. Dieses ist wiederum bedeutsam für den Knochenstoffwechsel und das Immunsystem. Sonnenlicht fördert das Wohlbefinden und die Laune, da verstärkt Endorphine bzw. Glückshormone ausgeschüttet werden. Zu viel Sonne jedoch kann die Haut schädigen, zu Hauterkrankungen oder im schlimmsten Fall zu Krebs führen. Wie so oft gilt auch hier: Die richtige Dosis macht es aus.

Je nach Hauttyp, Alter, Strahlungsintensität und Situation ist ein entsprechender Schutz zu empfehlen. Bei hellen Hauttypen können schon nach wenigen Minuten in der prallen Sonne Hautrötungen oder Sonnenbrand entstehen. Längeres „Braten“ in der Mittagshitze oder sportliche Überanstrengungen in der Sommerhitze können sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen zu einem Sonnenstich führen. Babys und Kinder haben eine besonders empfindliche Haut – ein Besuch des Arztes ist bereits bei einem Sonnenbrand notwendig, bei Sonnenstich unvermeidlich.

Vorbeugen

Zu allererst gilt also – nach dem Motto „Vorbeugen ist besser als Heilen“ –, den Schutz vor zu viel Sonnenbestrahlung zu forcieren. Speziell in den Monaten Mai bis August und in der Mittagszeit von 11 bis 15 Uhr, wenn die UV-Strahlen besonders intensiv sind, empfiehlt die Österreichische Krebshilfe ausreichend Schatten und Sonnenschutzkleidung sowie reichlich Sonnencreme mit hohem Sonnenschutzfaktor.

Denn Sonnenbrand ist eine akute Hautschädigung durch UV-Strahlung. Die Strahlungen führen zu Entzündungsreaktionen und verbrennungsähnlichen Symptomen: Rötung der Haut, Schwellung, Blasen, Spannungsgefühl, Juckreiz. Später löst sich die Haut, auch Pigmentverschiebungen können entstehen. Kommen in der Folge auch noch Müdigkeit, Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit oder Schüttelfrost dazu, dann weist das auf einen Sonnenstich hin.

Heilen

Wer zu viel Sonne abgekriegt hat und schmerzende sowie unschöne Hautrötungen aufweist, sollte die Haut mit Wasser kühlen, etwa bei einer lauwarmen Dusche oder mit feuchten Auflagen, und die Haut nur sanft abtupfen (nicht abrubbeln). Viel Wasser trinken und Sonne vermeiden stehen ebenso auf der Empfehlungsliste.

Danach ist eine kühlende, wasserhaltige Creme oder Lotion empfehlenswert. „After-Sun-Produkte“ bieten sich idealerweise an. Das oft darin enthaltene Vitamin E soll die Haut vor freien Radikalen schützen und der frühzeitigen Hautalterung entgegenwirken. Pflanzenextrakte von Trauben, Grüntee oder Ringelblumen werden ebenso eingesetzt. Lotions, Gele oder Salben mit Kamillenextrakt oder Essenzen von Aloevera-Blättern sollen ebenfalls den Heilungsprozess unterstützen. Bei Blasen und stärkeren Rötungen ist der Gang zum Arzt ratsam.

Natürliche Heilmittel bei Sonnenbrand

Topfen, Ringelblume, Kamille - Kräuterexpertin Karina Reichl, die als Bloggerin „Fräulein Grün“ (fräuleingrün.at) ihr Wissen über heilende Kräuter der Natur kundtut, verrät hier einige ihrer Tipps und Wirkungsweisen.

  • Topfen: Klassiker aus dem Kühlschrank

Topfen zieht die Hitze aus dem Körper und kühlt. Dazu wirkt er entzündungshemmend, leicht schmerzlindernd und spendet Feuchtigkeit. Die Haut kann sich somit schneller regenerieren. Einfach direkt auf die Haut geben (Achtung: wenn er eintrocknet, ist er schwer von der Haut zu bekommen).
Als Ergänzung können Tropfen von Arnikatinktur hinzugefügt werden, die entzündungshemmend wirken. Nach dem Topfeneinsatz empfiehlt Reichl, die Haut mit Ringelblumensalbe eincremen. Diese wirkt durch die heilenden Eigenschaften beruhigend auf die sonnenverbrannte Haut.

  • Johanniskrautöl

Das „Rotöl“ wird nicht nur für kleine Wunden oder Verstimmungen eingesetzt, es wirkt auch bei Sonnenbrand kühlend und leicht regenerierend und hat dazu noch einen entspannenden Effekt.

  • Ätherisches Lavendelöl

Das ätherische Lavendelöl ist eines der wenigen, das direkt auf die Haut aufgetragen werden kann. Es beruhigt gereizte und gerötete Haut und hilft vor allem bei Verbrennungen als Erste-Hilfe-Maßnahme. Es mildert zudem Juckreiz.

  • Aloe

Das Gel der Aloepflanze wirkt kühlend und beruhigend.

  • Quitte

Der Schleim der Kerne wirkt entzündungshemmend und beschleunigt die Wundheilung. Als Umschlag auf der Haut wirkt er bei Hautentzündungen, Sonnenbrand und Verbrennungen.

Nach der Akutphase helfen auch Tees etwa von der Ringelblume, Kamille, Pfefferminze von Innen bei der Regenerationsphase der Haut.

Und was tun bei Sonnenstich?

Roter Kopf, Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrgeräusche, Nackenschmerzen, Nackensteifigkeit, Übelkeit und Erbrechen – all das weist auf einen Sonnenstich hin, der zu einer Irritation des Gehirns und der Hirnhaut führt. Schuld daran sind zu viel Sonne bzw. zu lange Aktivitäten im Freien bei hohen Temperaturen. Im Gegensatz zu einem Hitzeschlag, bei dem es zu hohen Körpertemperaturen kommt, ist beim Sonnenstich nur der Kopf betroffen.

Wie bei einem Sonnenbrand helfen auch hier als erste Notfallmaßnahmen feuchte, kühle Tücher, eine kühlende Dusche, Wassertrinken sowie das Meiden der Sonne. Ebenso ist Bettruhe angesagt. Bei starkem Erbrechen, apathischen Zuständen etc. ist unbedingt ein ärztlicher Rat oder der Besuch eines Spitals ratsam. Bei anhaltenden Kopfschmerzen hilft auch ein Schmerzmittel.

Sonnen-Regeln

Die Österreichische Krebshilfe hat sieben Sonnen-Regeln aufgestellt, wie man sich vor Sonnenbrand und Folgeerscheinungen schützen kann:

  • Mittagssonne vermeiden
  • 3 x H: Hut, Hemd und Hose aus dicht gewebten Materialen
  • Richtiger Sonnenschutz – auf jeden Fall 30 Minuten vor dem Sonnenbad auftragen
  • Achtung vor indirekter Sonne – auch im Schatten oder bei Bewölkung scheint die Sonne. Am Wasser ist die Intensität der Sonne noch höher
  • Sonnenbrand „löschen“
  • Achtung bei Medikamenteneinnahme (Lichtempfindlichkeit der Haut kann ansteigen)
  • Selbstbeobachtung der Haut
  1. Anti-Reiz: Hustensaft und Lutschpastillen beruhigen schnell den Hustenreiz im Hals.
  2. Anti-Schleim: Der Hustenschleim in den Bronchien wird gelöst und durch Stimulierung der natürlichen Selbstreinigungsfunktion schnell abtransportiert.
  3. Anti-Viral*: Im Labor konnten anti-virale Eigenschaften nachgewiesen werden.1

Letzte Aktualisierung: 09.09.2018