Wenn die Regel zur Qual wird

Wenn die Regel zur Qual wird

Regelschmerzen: krampfartigen Schmerzen im Unterbauch, Kopfweh, Rückenschmerzen, Übelkeit, Gefühlsschwankungen usw.

Für betroffene Frauen bedeutet dies - oft bereits in den ersten beiden Jahren nach der ersten Regelblutung - eine erhebliche Einschränkung im Alltag bzw. im Schul- oder Berufsleben. Regelmäßig für mehrere Tage eines Monats im Bett zu bleiben und sich schmerzverzerrt unter einer Decke zu verkriechen, kommt weder bei Arbeitgebern noch Klassenlehrern gut an. Hilfe oder zumindest eine Linderung der Schmerzen ist für die Geplagten jedoch möglich.

Gründe für Regelschmerzen:

Bei den Gründen für die Regelbeschwerden ist zwischen primären und sekundären Regelschmerzen zu unterscheiden.

Primäre Dysmenorrhoe

Die primäre Dysmenorrhoe gilt nicht als Erkrankung. Dennoch: Die Schmerzen, bohrende und krampfartige im Unterbauch, beginnen oft schon kurz vor der Menstruation und können mehrere Tage andauern. Die Ursache dafür liegt in der wellenartigen Kontraktion der Gebärmuttermuskulatur. Mit diesem Vorgang soll die im Zyklus aufgebaute Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) abgestoßen werden.

Dabei werden auch körpereigene Hormone (Prostaglandine) freigesetzt, die wiederum das Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur verstärken. Die Kontraktion schneidet die Blutzirkulation innerhalb der Gebärmutter ab. Der Sauerstoffmangel verursacht diese schlimmen Schmerzen im Bauch. Damit nicht genug können auch noch Rückenschmerzen, Migräne, Kreislaufprobleme, Müdigkeit, Wasser in den Beinen, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Spannungsgefühl in den Brüsten sowie Gefühlsschwankungen als Begleiterscheinungen auftreten.

Sekundäre Dysmenorrhoe Endometriose

Von sekundärer Dysmenorrhoe spricht man, wenn die Beschwerden durch spezielle anatomische Gegebenheiten und/oder Erkrankungen ausgelöst werden. Häufige Ursache ist die Endometriose, an der Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter leiden können. Dabei wandern Zellen der Gebärmutterschleimhaut ab und siedeln sich im Unterleib, etwa an den Eierstöcken oder an der Beckenwand, an. Sie wuchern, rufen Zysten hervor oder dringen auch in den Darm oder in die Blase vor. Die Zellen lösen Blutungen aus, das Blut kann jedoch nicht einfach abfließen, was weitere Zysten, Verwachsungen, Entzündungen und Vernarbungen verursachen kann.
Laut Endometriose Vereinigung Austria sind ca. zehn bis 15 Prozent aller Frauen zwischen der ersten Regelblutung und den Wechseljahren betroffen sind. Endometriose gilt als unheilbar. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, aktive Herde zu beseitigen oder zu unterdrücken.

Auch Polypen oder Myome sind manchmal verantwortlich für Regelschmerzen, die vom Gynäkologen behandelt oder entfernt werden. Eine weitere Ursache kann eine Gebärmutterentzündung sein, die durch Medikamente rasch behandelt werden kann.

Was hilft gegen Regelschmerzen?

Das Portal ► www.erdbeerwoche.com, das sich ganz konkret mit dem Thema Menstruation beschäftigt, hat Mittel gegen Regelschmerzen gesammelt.

  • Wärme: Wärmeauflagen, Wärmflaschen, warme Decken – alles was wärmt, tut auch gut und entspannt.
  • Tees: Viel Flüssigkeit und am besten wärmende Tees sind wohltuend, z. B. mit Ingwer, Eisenkraut, Schafgarbe oder Frauenmantelkraut.
  • Bewegung: Leichter Sport wie Spazierengehen, sanftes Laufen oder Yoga wird empfohlen, um Verkrampfungen zu lösen.
  • Mönchspfeffer: Agnus castus wird gerne zur Linderung von Frauenbeschwerden eingesetzt. Das rein pflanzliche Präparat wird über mehrere Wochen durchgehend eingenommen und hilft, den Zyklus zu regulieren.
  • Homöopathie: Homöopathische Mittel wirken von Frau zu Frau unterschiedlich und sind wissenschaftlich umstritten.
  • TCM und Akupunktur: Dabei wird bekanntlich auf die ganzheitliche Betrachtung des Menschen gesetzt – somit gelten auch Regelschmerzen nicht als losgelöst von anderen Beschwerden.
  • Hormone: Durch die Pille und andere hormonelle Mittel wird die Gebärmutterschleimhaut weniger hoch aufgebaut und besser abgebaut. Beachtet werden muss, dass dem Körper dadurch kontinuierlich künstliche Hormone zugeführt werden.
  • Schmerzmittel: Idealerweise werden Schmerzmittel in dieser Indikation mit einem Krampflöser kombiniert, um sowohl Ursache als auch den Schmerz selbst zu lindern. Buscopan® Plus kombiniert dafür Paracetamol und Butylscopolamin.
  • Kinesio-Taping: Dabei werden Tapes auf den Bauch aufgeklebt (am besten von einem Physiotherapeuten)
  • Bio-Tampons und –Binden bzw. Menstruationskappen: Es gibt keine umfassenden wissenschaftlichen Untersuchungen dazu, jedoch Berichte von Frauen, die nach Umstieg auf derartige Produkte eine Verbesserung wahrnehmen.
Weitere Hausmittel

Die Salzburger Gebietskrankenkasse hat gemeinsam mit der Österreichischen Apothekerkammer in Salzburg die Broschüre „Hausmittel für Frauen. Tipps und Tricks für die weibliche Gesundheit“ herausgegeben. Als krampflösend wird z. B. eine Teemischung aus Kamille, Schafgarbe, Melisse, Frauenmantel und Gänsefingerkraut empfohlen. Bei Stimmungsschwankungen wiederum hilft ein Mix aus Johanniskraut, Melisse, Hopfen und Frauenmantel. Berücksichtigen Sie bei der Beratung Wechselwirkungen (Zum Beispiel zwischen Johanniskraut und hormoneller Verhütung) und Unverträglichkeiten.

Letzte Aktualisierung: 08.04.2019