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BLUTZUCKER

Die Zuckerkonzentration im Blut wird ständig durch ein System von Hormonen kontrolliert. Die wichtigste Rolle spielt dabei das in den Inselzellen der Bauchspeicheldrüse gebildete Insulin, ergänzt durch Adrenalin und Glukagon.

An der Blutzuckerregulation sind verschiedene Organe beteiligt, neben der Bauchspeicheldrüse auch der Dünndarm, die Nebenniere, die Leber sowie das Zwischenhirn (Hypothalamus) und die Hirnanhangdrüse (Hypophyse).

In der Leber und in der Muskulatur wird Glukose in Form von Stärke (Glykogen) gespeichert und bei Energiebedarf mobilisiert, d.h. wieder in Glukose umgewandelt.

Wenn der Glykogenspeicher der Leber aufgebraucht ist, kann Glukose mittels Glukoneogenese auch aus Eiweiß (Proteinen) hergestellt werden.

Eine Erhöhung der Blutzuckerkonzentration kommt auf verschiedene Weise zustande:

  • Zuckeraufnahme mit der Nahrung.
  • Mobilisierung gespeicherter Zuckervorräte durch Glukagon, ein Hormon der Bauchspeicheldrüse, und durch Adrenalin, ein Hormon der Nebennierenrinde.
  • Zuckergewinnung durch den Umbau von Fett und Eiweiß durch Kortisol, ein Hormon der Nebenniere.
  • Hemmung der Insulinwirkung aufgrund einer Erkrankung der Leber.
  • Mangel an Insulin durch nachlassende Produktion in der Bauchspeicheldrüse oder bei Störungen der Dünndarmfunktion.

Wenn bei Blutzucker-Messungen mehrfach erhöhte Werte festgestellt werden, so deutet dies auf die Entwicklung einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) hin. Bei begründetem Verdacht sind weitere Untersuchungen (Glukosebelastungstest) erforderlich.

Nach Feststellung eines manifesten Diabetes muss der Blutzuckergehalt regelmäßig bestimmt werden. Dies gilt insbesondere bei Vorliegen eines so genannten insulinpflichtigen Diabetes (Typ 1), der ständig mit Insulinspritzen behandelt werden muss. Die gefürchteten Spätschäden eines Diabetes mellitus im Bereich von Nieren, Blutgefäßen und Nerven können nur bei guter Einstellung der Zuckerkrankheit aufgeschoben werden.

Zur Überprüfung des Blutzuckers stehen heute wirksame, meist weitgehend automatisierte Analysesysteme zur Verfügung, die auch zu Hause angewandt werden können. Für die Überprüfung reicht ein Tropfen Blut aus, der meist durch einen kleinen Stich in die Fingerbeere gewonnen wird.

Der so genannte Altersdiabetes oder Diabetes Typ 2 muss zunächst nicht mit Insulin behandelt werden. Er entsteht meist bei Übergewicht in höherem Lebensalter, wird jedoch heute auch bereits bei fettleibigen Kindern und Jugendlichen beobachtet, die zuviel zuckerhaltige Nahrungsmittel und Getränke zu sich nehmen und sich zu wenig bewegen. Zur Senkung des Blutzuckers bei Diabetes-Typ-2 kommen anfangs orale Antidiabetika in Tablettenform zum Einsatz.

Wirksam gesenkt werden kann ein erhöhter Blutzucker bei Patienten mit Diabetes-Typ-2 in der Initialphase durch konsequenten Abbau eines vorhandenen Übergewichts, durch Umstellung der Essgewohnheiten und durch regelmäßiges körperliches Training. Bereits damit können häufig wieder normale Blutzuckerwerte erreicht werden. Als Glukose-Normwerte gelten heute 65 - 100 mg/dl (Milligramm pro Deziliter).

Datum: 06.11.2015

Letzte Aktualisierung: 02.08.2016