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VERHALTEN IM NOTFALL

Je früher ein Herzinfarkt behandelt wird, desto besser sind die Überlebenschancen. Der Herzkranke ist deshalb darauf angewiesen, dass seine Umgebung die Symptome schnell erkennt und die Anwesenden richtig reagieren.

Ein Herzinfarkt kann manchmal auch symptomarm – oder gar stumm – ablaufen. Deshalb sollte schon beim kleinsten Verdacht ein Arzt kommen. Selbst wenn ein Symptom schnell wieder abklingt, dürfen Angehörige, Freunde oder Kollegen nicht zögern, den Notarzt zu rufen.

Ein Herzinfarkt ist lebensbedrohlich. Dennoch müssen die Anwesenden versuchen, nicht in Panik und Hektik zu verfallen, da dies die Angst des Herzkranken nur noch verstärken würde. Sie sollten in ruhigem Ton mit ihm sprechen und ihn auffordern, sich hinzusetzen. Keinesfalls darf der Infarkt-Patient sich selbst auf den Weg zum Arzt machen. Denn durch die Bewegung kann sich ein mögliches Blutgerinnsel (Thrombus) losreißen. Der Infarkt-Patient muss ruhig sitzen oder – noch besser – liegen, mit erhöhtem Oberkörper und abgesenkten Beinen.

Sobald der Arzt informiert ist, sollte man das Fenster öffnen, enge Kleidungsstücke des Herzkranken lockern und den Puls kontrollieren – am besten an der Halsschlagader: Schlägt er schnell, ungleichmäßig, kräftig? Alle diese Fragen sollte man dem Arzt bei seiner Ankunft beantworten können.

Auch empfiehlt es sich, eine eventuell vorhandene Zahnprothese zu entfernen, da sie bei einem weiteren Anfall vor die Luftröhre geraten könnte. Ist der Herzkranke bereits ohnmächtig, müssen die Angehörigen ihn in die stabile Seitenlage bringen und die Atemwege von Essensresten oder anderen Fremdkörpern befreien. Natürlich dürfen sie den Kranken keine Sekunde allein lassen

Datum: 06.11.2015

Letzte Aktualisierung: 22.03.2016