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MULTIPLES MYELOM

Das Multiple Myelom (MM) ist eine durch monoklonale Vermehrung von Plasmazellen im Knochenmark charakterisierte, nach WHO-Kriterien den B-Zell-Lymphomen zugehörige, maligne Erkrankung mit vermehrter Produktion kompletter oder inkompletter monoklonaler Immunglobuline. Diese sind als sogenanntes „Paraprotein“ (=monoklonales Protein) bzw. M-Gradient oder in Form klonal vermehrter Leichtketten in Serum und/oder Urin nachweisbar. Symptome werden vor allem durch die Verdrängung der normalen Hämatopoese, die Zerstörung der Knochen, die hohen Immunglobulinkonzentrationen und den sekundären Immundefekt verursacht.

    Die Ursachen des Multiplen Myeloms sind unklar. Klinische Vorstufen des Multiplen Myeloms sind die Monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) und das schwelende (smouldering) Myelom. Eine wichtige Rolle in Entstehung und Ausdehnung des Multiplen Myeloms spielen auch das Microenvironment des Knochenmarks durch Interaktion über Zytokine und direkten Zellkontakt, sowie das Immunsystem.

    Die Symptome des Multiplen Myeloms sind vielgestaltig und oftmals unspezifisch. Nicht selten bestehen Beschwerden über mehrere Monate, bevor die Diagnose eines Multiplen Myeloms gestellt wird. Heute sind bis zu 25% der Patienten bei Diagnosestellung beschwerdefrei. Häufige Symptome bei Diagnose der Erkrankung sind: • Knochenschmerzen, Fatigue, Hyperkalzämie, Infektneigung, Gewichtsverlust, schäumender Urin und Nierenfunktionsverschlechterung.

    Weiterhin können Seh- und Gedächtnisstörungen, Schwindel, Angina pectoris, Angina abdominalis, Blutungsneigung, Myelom-assoziierte AL-Amyloidose zusätzlich zu vielgestaltigen Funktionseinschränkungen führen.

    Prinzipiell kann die Erkrankung nahezu alle Organe betreffen, am häufigsten sind dies die Niere (Albuminurie, Insuffizienz), gefolgt vom Herzen (diastolische Relaxationsstörung, Herzseptum- und Herzwandverdickung, Proarrhythmie), dem Gastrointestinaltrakt (Diarrhoe, Gewichtsverlust), der Leber (Organomegalie, Insuffizienz) und dem autonomen und peripheren Nervensystem (orthostatische Dysregulation, periphere Neuropathie).

    Die Diagnose des Multiplen Myeloms erfolgt mittels Anamnese, Blutbilderstellung, Laboruntersuchungen, bildgebender Diagnostik und Knochenmarkpunktion.

    - Erstlinientherapie

    Die Therapie wird bei der Erstdiagnose von Patienten, die für eine Transplantation geeignet sind, in Induktion, autologe Transplantation, Konsolidierung und Erhaltung unterteilt.

    Wenn immer möglich, sollten Patienten im Rahmen klinischer Studien behandelt werden. Der Algorithmus der Erstlinientherapie orientiert sich an der Wirksamkeit auf der Basis der Evidenz und an Erfahrungen im deutschen Versorgungskontext und an der Eignung der Patienten für eine Hochdosistherapie.

    Die Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation führt auch in der Ära neuer Arzneimittel in der Erstlinientherapie zu einer Erhöhung der Rate kompletter Remissionen, zu einer Verbesserung der Ansprechtiefe und zu einer längeren progressionsfreien Überlebenszeit gegenüber einer ausschließlichen medikamentösen Therapie.

    Bei Patienten, die aufgrund von Komorbidität nicht für eine Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation geeignet sind, gibt es eine Vielzahl von möglichen Zweifach- und Dreifachkombinationen.

    - Zweitlinientherapie

    Bei guter Wirksamkeit und Verträglichkeit der Erstlinientherapie kann bei der Zweitlinientherapie zwischen Arzneimitteln aus der derselben oder einer anderen Substanzklasse gewählt werden. Die neuen Arzneimittel sowie die möglichen Kombinationen sind sehr vielfältig und erlauben auch eine Sequenztherapie. Diese wird an das Krankheitsbild, die Vortherapie(n) und Komorbiditäten angepasst.
     

    - Drittlinien- und spätere Therapie

    Die Wahl der Therapie bei Refraktärität oder im Rezidiv nach Zweitlinientherapie wird weiterhin von den Zielen des Patienten und wesentlich durch die Erfahrungen mit den vorangegangenen Behandlungen bestimmt.

     

    Quelle www.onkopedia.com

Letzte Aktualisierung: 10.2021